Vor 3 Wochen gepostet

Benedic, anima mea, Domino!

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Maiestatem et decorem induisti,
amictus lumine sicut vestimento.

Psalm 103,2

Vor 3 Monaten gepostet

Rabbi Schlomo von Karlin fragte: “Was ist die schlimmste Tat des Bösen Triebs?”

Und er antwortete: “Wenn der Mensch vergisst, dass er ein Königssohn ist.”

Martin Buber: Die Erzählungen der Chassidim, Edition Manesse, S. 434
Vor 7 Monaten gepostet
Vor 7 Monaten gepostet

Lebensbilder: Mein Weg ins Kloster Heiligenkreuz

Gott hat eine Geschichte in mein Leben geschrieben, von der ich hier erzählen durfte:

Radio Maria: Lebensbilder, Sendung vom 23.2.2014 - Die Barmherzigkeit Gottes will ich in Ewigkeit besingen - Mein Weg ins Kloster Heiligenkreuz”

Vor 8 Monaten gepostet

"get rid of"

"if there’s no enemy within yourself,
the enemy from outside can do you no harm.”

so, boys and girls:

get rid of the enemy within yourself.
get rid of your sins.
it might cost you quite an effort.
but it’s for free and it definitely pays.

Vor 1 Jahr gepostet

AMEN! - Die JuVi-Geschichte vom 6. September 2013

Das mit dem Glauben war so eine Sache für Barbara. Irgendwie fiel es ihr so schwer, wirklich einzusteigen. Klar, es gab immer wieder schöne Erlebnisse, wo sie sich wohlfühlte, und wo sie auch mit anderen über den Glauben reden konnte. Bei den Jugendtreffen war es jedesmal so lebendig, aber immer, wenn die dann vorbei waren, kam schon bald die Traurigkeit zurück, und mit ihr der Zweifel.

„Ist das wirklich alles die Wahrheit?“, so fragte sich Barbara oft, wenn sie abends im Bett lag. „Vielleicht ist das alles nur psychologisch, dass ich mich wohlfühle, weil einfach viele andere junge Leute und nette Menschen da sind. Aber kann das in der Messe wirklich der Leib Christi sein, in dieser kleinen weißen Scheibe? Vor der sich zur Anbetung alle hinknien? Zu der man dann brav ‚Amen’ sagt, bei der Kommunion?“

Manchmal kam Barbara das irgendwie unwahrscheinlich vor. Einmal hatte sie deshalb versucht, ein theologisches Buch über die Eucharistie zu lesen. Da kamen Wörter drin vor, von denen sie nicht mal wusste, wie man die schreibt. Zum Beispiel Transsubstantiation, Akzidentien oder Jejunium eucharisticum. Das meiste war bestimmt von frommen, sehr wichtigen und gescheiten Menschen gedacht und aufgeschrieben worden. Aber das war so kompliziert, dass Barbara bezweifelte, ob dieses Buch ihre Glaubenszweifel nicht eher noch vermehren würde.

Eines Tages saß Barbara auf einer Bank im Park. Sie hatte ein Eis gegessen und genoss einfach den schönen Spätsommersonntag. Im Stillen überlegte sie vor sich hin, ob sie am Abend nun ins Kino gehen sollte. Oder vielleicht doch lieber in die Heilige Messe im Dom…?

„Entschuldigen Sie?“ – Barbara sah auf. Schräg vor ihr stand ein alter Mann in einem hellen Sommermantel. Auf dem Kopf hatte er eine Baskenmütze. „Darf ich mich noch dazu setzen?“ – „Bitte!“, sagte Barbara und lächelte ihm zu. Der Mann setzte sich. Nach einer Weile kramte er in seiner Manteltasche und zog einen Rosenkranz hervor. Als er Barbaras neugierige Blicke bemerkte, schaute er zu ihr, hob zeigend den Rosenkranz hoch und sagte:

„Den habe ich von meiner Frau bekommen. Wir beten ihn jeden Tag, und seit unserem 13. Hochzeitstag gehen wir täglich gemeinsam in die Heilige Messe.“ – „Ach so? Und davor?“, fragte Barbara. Er lächelte vor sich hin und erzählte: „Früher war bei mir immer die Frage da, wozu das gut sein soll, die tägliche Messe. – Aber das interessiert Sie wahrscheinlich nicht besonders, verzeihen Sie!“ – „Doch, bitte, erzählen Sie!“, sagte Barbara, und es interessierte sie wirklich.

Der Mann fuhr fort: „Meine Frau betete immer schon täglich den Rosenkranz und ging mit der Familie oft zur Kirche. Bei mir war das aber nicht so, ich hatte mehr Zweifel als Glauben in mir. In unseren ersten Ehejahren wurde ich innerlich oft ärgerlich und ungeduldig, weil ich meinte, dass ihr die Messe und dieser monotone Rosenkranz wichtiger war als ich. Ich weiß noch: An unserem 13. Hochzeitstag saßen wir nach dem Frühstück noch lange zusammen und unterhielten uns. Es war so gemütlich und schön, und dann sprang meine Frau plötzlich auf und sagte: ‚Schon so spät! Ich wollte doch um 11 Uhr in die Heilige Messe gehen. Gehst du mit? Aber wir müssen uns beeilen!’ “

Barbara merkte, wie der Mann verlegen auf seine Schuhe blickte. „Ich war irgendwie auf einmal so genervt und enttäuscht. Heute schäme ich mich dafür, aber damals kam das alles hoch und ich schrie sie an: ‚Obwohl heute unser Hochzeitstag ist und wir gerade so gemütlich hier sitzen, musst du schon wieder zur Kirche rennen! Woher willst du denn wissen, ob das nicht alles nur ein ausgemachter Hokuspokus ist? Von wegen: ‚Der Leib Christi’!’“ – Der Mann schluckte und machte eine Pause. Barbara war neugierig zu erfahren, wie seine Frau darauf reagiert hatte. „Und dann?“, fragte sie vorsichtig nach einer Weile.

Der Mann sah sie an, lächelte und sagte:

„Naja, sie kam zu mir, hat mir liebevoll ihre Hände auf die Wangen gelegt, mir in die Augen geschaut, und ganz ruhig zu mir gesagt: ‚Weißt du, es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder das ist der Leib Christi, oder er ist es nicht. Dazwischen gibt es nichts – es kann nicht „ein bisschen der Leib Christi“ sein. Entweder er ist es, oder nicht. Stimmt’s?’“ – Der Mann lächelte wieder zu Barbara hinüber, dann erzählte er weiter.

„Dann sagte meine Frau: ‚Wenn er es nicht ist, ist mit einem mal so vieles vollkommener Unsinn. Die Kirche, das Neue Testament, die Sakramente, das Priestertum, die Klöster – und sogar die Märtyrer sind dann umsonst gestorben, bis heute. Dann wären alle Zeugenberichte, alle Gottesbegegnungen und Bekehrungen, so viele übermenschliche Leistungen bis heute Folge eines Irrtums. Und keiner soll das gemerkt haben? Das finde ich wirklich schwer zu glauben. – Wenn es aber so ist, dass das tatsächlich der Leib Christi ist, dann gibt es doch nichts Größeres auf der Welt! Und deshalb gehe ich in die Messe, jeden Tag, wenn möglich – Verstehst du?’

Der Mann drehte seinen goldenen Ehering am Finger. Dann fuhr er fort: „Dann hat sie mich geküsst, ihren Mantel geholt und ist losgegangen zur Kirche. Ich stand da und überlegte. Auf einmal dachte ich: Sie hat recht: Wenn dieses unscheinbare Ding wirklich der Leib Christi war, dann gab es tatsächlich nichts Größeres auf der Welt. Irgendwie hatte dieser einfache Gedanke von diesem ganz klaren ‚entweder-oder’ etwas in mir verändert. Da war so etwas wie ein Vertrauen und eine ganz tiefe Sehnsucht, die mich zog. Nach ein paar Minuten schnappte ich mir meinen Mantel und lief ihr hinterher. Als ich sie dann auf der Straße eingeholt hatte, schaute sie mich ein wenig schelmisch an: ‚Du willst wirklich mitkommen? Obwohl heute unser Hochzeitstag ist?’“

„Und, was haben Sie ihr geantwortet?“, fragte Barbara. Der Mann nickte, dann sah er sie strahlend an.

„Ich habe ihr geantwortet: ‚Ich will mitkommen, gerade WEIL wir heute Hochzeitstag haben. Wem sollte ich denn sonst danken, dass du mich geheiratet hast – und es immer noch mit mir aushältst?’“

Barbara musste lachen, und der Mann auch. Dann sagte er:

„Seit mir an diesem Tag der Priester bei der Kommunion die Hostie zeigte und sagte ‚Der Leib Christi’, sage ich beim Kommunionempfang jedesmal zur Antwort: ‚Ja, das ist der Leib Christi! Gott sei Dank! Ich glaube das – Herr, hilf meinem Unglauben! Ich vertraue darauf: du bist es selbst!’“

„Das alles sagen Sie beim Kommunionempfang?“, fragte Barbara erstaunt.

Der Mann lachte:

„Ja sicher, aber nach außen hört man immer nur ein einziges Wort: Amen!“

 

Vor 1 Jahr gepostet

In Echt

jugendvigil:

Die Jugendvigilgeschichte vom 7. Juni 2013

„Aber das können Sie doch nicht machen!“ – Nelleke war außer sich über das, was der Bischof ihr da eben gesagt hatte. „Das ist doch unsere Pfarrkirche, unser Zuhause!“
Der Bischof schaute Nelleke traurig an, die vor seinem Schreibtisch auf einem Sessel saß. Er schätzte Nelleke sehr. Die beiden kannten sich schon seit fast 40 Jahren, lange bevor er Bischof von Roermond in den Niederlanden geworden war. Damals war er junger Pfarrer in der Pfarrkirche St. Pius X. in dem kleinen Städtchen Echt nahe der holländisch-deutschen Grenze geworden. Die Kirche war nach dem Krieg im Stil der 50er-Jahre ganz neu gebaut worden. Sie war vielleicht keine Schönheit, aber Nelleke und viele andere aus der Pfarre hatten ihre Pfarrkirche trotzdem sehr lieb gewonnen. So war die kleine Pfarre immer sehr lebendig gewesen. Nellekes Kinder waren dort getauft worden, sind in der Pius-Kirche zur Erstkommunion gegangen und auch gefirmt worden. Und wie viele Male hatte Nelleke das Kirchenjahr in St. Pius durchlebt: Advent, Weihnachten, Ostern, das ganze Jahr mit seinen Prozessionen und Festen, bis wieder der Advent kam. Schon früh hatte Nelleke sich mit viel Schwung in der Pfarre engagiert, so dass die Leute in der Pfarrei und darüber hinaus sie bald liebevoll „Frau Pius“ nannten.

„Nelleke, es tut mir leid, aber es gibt keine andere Lösung.“, meinte der Bischof. „Es werden immer weniger Gläubige in meiner Diözese, und die Zahl der Priester sinkt auch. Der Unterhalt für die vielen Pfarrkirchen, auch für St. Pius, frisst uns finanziell auf.“

Nelleke saß wie ein Häuflein Elend vor ihm, mit Tränen in den Augen, und schüttelte nur den Kopf. Beiden waren über den letzten Jahren die Haare grau geworden.
„Zu Pfingsten wird die letzte Heilige Messe in St. Pius gefeiert. Ich habe mit dem Pfarrer schon alles besprochen. Am Abend des Pfingstsonntags gibt es noch eine Andacht, dann wird das Ewige Licht gelöscht und der Tabernakel geleert. Wenn dann alles weitere abgewickelt ist, wird die Kirche abgerissen.“

Nelleke schlug sich die Hände vor das Gesicht. Das war einer der schmerzlichsten Tage ihres Lebens. Als sie wieder zuhause in Echt war, empfand sie jede Heilige Messe in „ihrer“ Pfarrkirche, jeden Rosenkranz als einen Schritt näher zur Schließung. Manchmal fragte sie sich, was das wohl für ein trauriges Pfingstfest werden würde.

Und Pfingsten kam viel schneller als es Nelleke und den anderen aus der Pfarre lieb war. Als dann der Pfarrer am Abend des Pfingstsonntags wie geplant nach der Andacht den Tabernakel öffnete, das ewige Licht ausblies und das Allerheiligste, begleitet von Ministranten und Gläubigen in einer Prozession mit Kerzen und Glocken zu Fuß in jene Pfarrkirche trug, zu der die ehemalige Pfarrei St. Pius nun gehörte, blieb Nelleke allein in der leeren Kirche zurück und konnte nicht aufhören zu weinen. Aus, vorbei – nie wieder eine Heilige Messe in St. Pius.

Trotzdem war klar, dass Nelleke bei der nun anstehenden Auflösung der Pfarrkirche mithelfen würde. Alles musste ja raus, bevor die Kirche abgerissen werden konnte. So begann kurz danach die Arbeit. Nelleke rief einige Pfarren in der Umgebung an, aber die meisten hatten kein Interesse am Inventar. Viele Pfarren standen ja selber vor dem Problem, dass die Gläubigen immer weniger wurden, manche sagten sogar: „Wir sind nächstes Jahr selber dran mit der Schließung.“ – Es war zum Verzweifeln. Brach denn wirklich alles zusammen?!

Nelleke schaute auf den Abreißkalender, der im ehemaligen Pfarrbüro hing. Für jeden Tag war dort ein Bibelspruch aufgedruckt. Sie ging hin, riss das Kalenderblatt vom Vortag ab und las den Bibelspruch für den heutigen Tag. Dort stand:
„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein;

wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ (Joh 12,24)
Sie dachte ein wenig darüber nach, und noch am selben Abend hatte Nelleke eine Idee. „St. Pius wird reiche Frucht bringen, da bin ich mir sicher!“ – Sie knipste die Lampe neben ihrem Bett aus und schlief bald ein.
Die anderen im Büro waren am nächsten Tag bass erstaunt über den Eifer und die Freude, mit der ihre „Frau Pius“ plötzlich arbeitete und ihnen ihren Plan erklärte. Und ab diesem Tag fügte sich wirklich eines zum anderen. Man erwischte die richtigen Personen am Telefon und per e-mail, und so waren innerhalb weniger Wochen dankbare Abnehmer für den Tabernakel, das Kreuz, den schweren Marmor-Altar, für die Kirchenbänke, für die Messgewänder und Kelche und Kerzenständer gefunden, bei einigen Sachen musste nur der Transport noch organisiert werden.
Vor ein paar Monaten war Nelleke hier in Heiligenkreuz und hat mir diese Geschichte erzählt. Sie strahlte mich mit Tränen in den Augen an und sagte: „Jetzt habe ich endlich begriffen, dass die Kirche lebt und dass sie die ganze Welt umspannt!“
Sie zeigte Fotos: „Hier ist ein junger Mann aus Argentinien. Er kommt aus einer ganz armen und kinderreichen Familie. Im Dezember ist er zum Priester geweiht worden. Unser alter Kelch aus der Pfarrkirche ist sein Primizkelch geworden.

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Und hier!“ Sie zeigte mir ein anderes Foto mit strahlenden Ordensschwestern darauf. „Unser Kreuz und die Bilder aus der Sakristei sind jetzt in einem Kloster in Brasilien.“ – Als nächstes zeigte sie ein Foto von einer neugebauten Kirche: „Diese Kirche steht in Litauen, und dorthin sollen unsere Kirchenbänke, der Altar und der Tabernakel kommen – und vielleicht auch die Glocken. Wenn ich wieder zuhause bin, muss ich mich um den Transport kümmern, aber das wird sicher klappen.“

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Alles, was zur Pfarrkirche St. Pius im niederländischen Echt gehörte, vom kleinsten Kelchtuch bis zur größten Glocke, wird nun auf der ganzen Welt verteilt und weiter verwendet. Immer wieder bekommt Nelleke inzwischen Post mit Fotos von dankbaren Gläubigen aus aller Herren Länder.

„Wissen Sie, Pater Kilian, meine Pfarrkirche St. Pius ist gestorben. Das ist für mich immer noch schlimm und traurig. Aber gleichzeitig sehe ich auf diesen Fotos die frohen und dankbaren Gesichter der Menschen, und dann weiß ich: Alles aus unserer Pfarre St. Pius in Echt hat der Heilige Geist wie die Samen einer Pusteblume in die ganze Welt getragen – und jetzt bringt dieser Samen reiche Frucht.“

Zum Schluss zeigte sie mir das Foto von einer Bronzeplakette, auf der der heilige Papst Pius X. abgebildet ist.
„Die hing über der Tür unserer Pfarrkirche.“, erklärte sie. „Ich weiß nicht, wie oft ich darunter durchgegangen bin.“

„Und wohin wurde diese Plakette geschickt?“, fragte ich.
„Die wollte niemand haben“, erklärte sie mir. „Aber als ich vor einigen Wochen Geburtstag hatte, kam der Pfarrer mit einem großen Paket zu mir und meinte: ‚Das ist für Sie.‘ – Darin war die Bronzeplakette aus der Kirche.“
Nelleke strahlte mich an: „St. Pius ist nun in alle Welt verteilt. Aber ich freue mich, dass der Pfarrpatron selber dann doch bei uns in Echt bleiben wollte.“

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HERR JESUS,
wer in dir bleibt, bringt reiche Frucht!
Hilf uns, dass das gelingt!
Bleib bei uns Herr, denn es will bald Abend werden! Amen.

Heiliger Papst Pius X. – bitte für uns!

 


Einen herzlichen Dank an Nelleke, die mir erlaubt hat, diese Geschichte frei nachzuerzählen!

Vor 1 Jahr gepostet

just one of these days to say

THAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAANK YOU!

Vor 1 Jahr gepostet

Leben in Fülle - Predigt im Konventamt am Pfingstmontag 2013

Gelobt sei Jesus Christus! – (In Ewigkeit. Amen.)

 

Venerabilis Pater Prior,

Venerabilis Pater Subprior,

hochwürdige und ehrwürdige, liebe Mitbrüder,

liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

 

Am Tag nach Pfingsten hallt in unserer Stiftskirche und im ganzen Erdkreis noch jener Flehruf der Kirche wider, die den Geist des Herrn, den Beistand, den Tröster, der uns neues Leben gibt, am Pfingstfest herabgerufen hat.

Wo Gottes Geist einkehrt, da ist wahrlich das Leben in Fülle. Dort ist dieser Friede, der alles Verstehen übersteigt (Phil 4,7).  

Er stellt sich ein, wenn sich die Sehnsucht nach diesem Frieden von Gott her erfüllt, wenn diese Sehnsucht im besten Sinne befriedet, und ich will auch sagen: befriedigt wird.

Liebe Schwestern und Brüder, wie sehr sehnen wir uns nach diesem Frieden, nach dem Ruhen an der Brust des Herrn, in seinem Herzen. Aber wir müssen diesen Frieden suchen, ihm nachjagen (Ps 34,15).

Auf dieser Jagd gibt es oft so erschreckend naheliegende Maßnahmen, die uns diesen Frieden versprechen.

Doch es sind meistens hinterhältige Fallen! Sie locken uns an und spielen gekonnt auf der Klaviatur unserer Sinnlichkeit, unserer Bedürfnisse – unserer Sehnsüchte.

Aber diese Maßnahmen geben keinen Frieden, sie gaukeln uns allzu oft vor: nur und genau das ist es, was dir zur Zufriedenheit, zu deinem Frieden noch fehlt.

Viele dieser verlockenden Maßnahmen kommen vom Vater der Lüge, der ein Mörder von Anfang an ist (Joh 8,44), und er spielt sich dann auch noch als Ankläger unserer Brüder (Offb 12,10) auf. Er klagt uns Tag und Nacht an, und am Ende klagen wir uns selber an.

Aber, liebe Mitbrüder, liebe Schwestern und Brüder, wenn das Herz uns auch verurteilt - Gott ist größer als unser Herz (1 Joh 3,20).

Und der eigentliche Ankläger ist gestürzt!

Das ist unser Halt, unser Trost!

„Denn“, so haben wir heute im Evangelium gehört, „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3,17).

Der Ankläger, er hat am Ende keinen Platz im kommenden Gericht. Er ist gestürzt! Es wird schlicht und einfach die Wahrheit unseres Lebens sein, die uns in dieser Begegnung mit dem Herrn so vor Augen steht, dass ein Ankläger gar nichts zur Sache tut.

Es wird nicht um ein Schachern und Verhandeln gehen, nicht um kluge Argumentationen und raffinierte Beweisführungen, nicht darum, das Beste rauszuholen. Nein, es geht um die Wahrheit, die siegen wird, weil sie in der barmherzigen Liebe unseres Gottes (vgl. Lk 1,78) geborgen ist.

Wie Petrus stehen wir dann vielleicht ein bisschen beschämt und unbeholfen da und sagen: „Ja Herr, du weißt alles von mir.“ (Joh 21,15)

Du kennst mein Leben, meine Sehnsucht.

Du kennst mein Verlangen, und du weißt um mein armseliges Versagen an so vielen Stationen meines Lebensweges, manchmal an den Stationen eines einzigen Tages.

Wenn wir also das Licht mehr lieben als die Finsternis, können und dürfen wir uns nicht verstecken. Und wir brauchen es ja auch gar nicht!

Liebe Schwestern und Brüder, wir sind im Licht zuhause, ja: wir sind Kinder des Lichts (Eph 5,8)! Hören wir nicht auf, und vergessen wir nie, dafür zu danken!

Von hier aus, von diesem Dienstposten der Verkündigung, der mir seit kurzer Zeit erst anvertraut ist, will ich, erfasst vom pfingstlichen Feuer, nicht nur dem Herrn, sondern auch euch danken, liebe Mitbrüder, liebe Obere!

Dafür, dass ihr euch in allen Widrigkeiten, mit denen ja täglich jeder einzelne von uns zu kämpfen hat, aufbauen lasst, zu dieser, zu solch einer Gemeinschaft!

Es ist wahrlich ein Haus aus lebendigen Steinen!

In allem Ringen des klösterlichen Lebens ist dies ein Haus, in dem ich selbst und viele andere Heilung und Trost, Beistand und das Leben in Fülle gefunden haben und finden – oder wenigstens einen Vorgeschmack, eine Ahnung davon bekommen, was das bedeutet: Leben in Fülle.

Es ist der Herr selber, der dieses Haus baut. Und dazu gehören auch Sie alle, Freunde, Gäste und Besucher des Klosters! Die Treuen und Altbekannten, und auch die, die das erste Mal hier sind.

Die Frommen, die Zweifelnden, die Suchenden: Ja, auch Sie haben einen Platz in diesem Haus: Patent portae – magis cor! Unsere Türen stehen offen, aber mehr noch unser Herz!

Es ist kein anderer als der Heilige Geist, die Liebe Gottes, die uns in diesem Haus zusammen geführt hat und zusammen hält, die das Haus wachsen lässt. Eine Liebe, die sich verschenken und ausbreiten will. Sie will unsere Herzen erobern. Die Liebe Gottes will bei uns, in uns, in dir und in mir wohnen – Gott sehnt sich nach der Einheit.

Vergangene Woche war ich zu einer Familienfeier in meiner alten Heimat in Hessen. Wenn ich dort, in der Familie oder dann auch im Freundeskreis lang verheiratete Ehepaare erlebe – und Gott sei Dank: ich kann sie dort erleben! – dann kann ich oft nur staunen:

Über dieses Geheimnis der Liebe und der großen Nähe, die über Jahrzehnte, über ein ganzes Leben hinweg zwischen zwei Menschen gewachsen ist.

Aber gerade weil sich dort zwei Herzen so gut kennen, sich so nahe sind, dass sie wirklich „ein Fleisch“, eine Einheit werden, sich gegenseitig in Liebe tragen und ertragen – gerade wegen dieser engen Verbindung fügen sie sich gegenseitig oft auch so tiefe Verletzungen zu.

„Ein tiefes Geheimnis“ (Eph 5,32)!

Und so stehen auch wir in der Gefahr, liebe Mitbrüder, in dieser Nähe und Verbundenheit die Einheit des mystischen Leibes der Kirche und auch des Klosters als ecclesiola, als Kirche im Kleinen, durch die gegenseitigen Verletzungen zu gefährden!

Es sind die messerscharfen Kanten unserer eigenen inneren Gebrochenheit, an denen wir uns gegenseitig verletzen, wenn die Herzen näher aneinander rücken, wenn das Zerbrochene wieder zu jener Einheit strebt, in die Gott selbst uns führen will. Wenn lebendige Steine dicht gebaut und fest gefügt werden zum himmlischen Jerusalem. (Ps 122,3)

Gerade auf dem Weg des klösterlichen Lebens lernen wir uns selbst und den Bruder im Lauf der Jahre immer besser kennen. Wir lernen sozusagen die Stellen auszumachen, auf die das Lindenblatt gefallen ist; dort wo der Bruder verletzbar ist, wo er verwundbar ist.

Wir alle, liebe Schwestern und Brüder, liebe Mitbrüder, sind mit unserem ganzen Dasein, mit Leib und Seele, Teil dieser Einheit – jener, die uns schon jetzt gegeben ist; und jener, die noch aussteht, wenn alles vollendet wird.

Wir sind alle verletzt: Zeigen wir dem Herrn unsere Wunden, damit sie heilen können.

Sprechen wir an geeignetem Ort aus – im Gebet, in der Anbetung, in der Beichte, im Gespräch mit einem guten Freund – wie und durch was oder wen diese Wunden zustande gekommen sind. Und haben wir keine Angst vor den Tränen! Weder vor den eigenen, noch vor denen des anderen! Wem sie geschenkt sind – besonders wem sie wieder geschenkt sind, der weiß wahrlich um die reinigende Gnade der Tränen. – Experto credite!

Segnen und beten wir für die, die uns mit ihren Worten, Taten und Werken verletzt haben. Bitten wir den Herrn um die Kraft, auch noch das Unverzeihliche verzeihen zu können.

Zum Beispiel die Laster des anderen. Seine Unachtsamkeit, seine Härte, die Strenge, und all das, was ein verzerrter Ausdruck der tief greifenden Sehnsucht in jedem von uns ist. Aber erforschen wir auch unser Gewissen, denn „Tod und Leben“, so heißt es im Buch der Sprichwörter, „stehen in der Macht der Zunge“ (Spr 18,21).

Was kann man da anderes tun, als mit dem Psalm zu bitten: „Herr, stell eine Wache vor meinen Mund!“ (Ps 141,3). Ja, Herr, sei du derjenige, der all mein Denken, mein Tun und Reden leitet. Lege mir dein Wort des Lebens ins Herz und auf die Zunge, damit ich meine von dir geschenkte Vollmacht nutze zum Aufbauen, und nicht zum Niederreißen.

Liebe Mitbrüder, liebe Schwestern und Brüder! Gehen wir gemeinsam auf dieses Licht zu, denn so werden wir die Wahrheit – auch die Wahrheit über uns selbst – erkennen.

Sie ist es, die uns immer aufs Neue befreit (vgl. Joh 8,32), wenn wir sie bekennen; Wenn wir mit demütigem, zerknirschtem und zerschlagenem Herzen aussprechen können: So ist es, Herr! So steht es um mich!

Und: „Herr, du weißt alles ; du weißt dass ich dich lieb habe“ (Joh 21,17).

Dann wird Christus selbst immer wieder in unsere Traurigkeit hinein sprechen: „Weide meine Schafe“ (ebd.), das bedeutet:

„Übernimm mit Mut und im Glauben die Aufgabe, die ich für dich habe! Schau von dir selbst weg, und lerne von mir, was liebevolle Hingabe bedeutet.

Da zu sein für Gott, für sein Reich, und für den anderen. Verschenke dich, lass dich los, und du wirst dich selbst gewinnen!

Du wirst den Frieden gewinnen, den du dir selbst nicht geben kannst, den dir keine Sache dieser Welt geben kann – der Friede, der alles Verstehen übersteigt“ (Phil 4,7).

Dieser Friede ist allein in Christus, dem Auferstandenen, in seinem Herz zu finden. Vom Kreuz her sucht er geduldig und voller Sehnsucht mit seinen offenen Augen Blickkontakt mit deinem, mit meinem Herzen.

Bitten wir im Marienmonat Mai die Muttergottes, dass sie uns hilft, diesen Blick des Herrn zu erwidern, uns von ihm treffen zu lassen.

Denn in seinem Blick schenkt er uns Erkenntnis, spendet Trost und Leben in Fülle, und er spricht uns in Herz: Der Friede sei mit Euch!

Amen.

Vor 1 Jahr gepostet

Maria mit dem Kinde lieb…

uns allen deinen Segen gib!

Mit der Diakonenweihe kommen natürlich auch neue Dienste auf mich zu. So durfte ich in unserer Pfarre Alland die Maiandacht am Föhrenwald halten. Wir waren fast 50 Personen, die sich bei ziemlichem Wind, aber ansonsten trockenem und warmem Wetter am Abend unter dem Schutzmantel der Muttergottes versammelt hatten, gesungen und gebetet haben.

(Foto: G. Köpf)

Und auch das ist ganz katholisch: Nach der Andacht wird zusammen gefeiert - alles im richtigen Maß! Mit Essen und Trinken, deftig und süß - mit Limonade, Wein, Bier, und mit hausgemachtem Nußlikör. Danke an all die lieben Leute aus der Pfarre, die das so wunderbar organisiert und mitgestaltet haben, Dank an alle die da waren!

Danket dem Herrn, er ist gütig. Halleluja!